Loading...

2025 Italien Mailand-Rom


Hallo liebe Freunde,

auch 2025 bin ich wieder mit dem Rad in Europa unterwegs und berichte Euch gerne von meiner Tour.
Ab 11. März geht es radelnd von Dennach nach Karlsruhe und mit dem Zug nach Mailand.
Meine Radtour führt mich im wesentlichen auf dem Eurovelo Radweg 5 nach Rom und über den EV8 und Bologna wieder zurück. Eingeplant sind mal 14 Tage radeln und ein paar Tage Sightseeing.



Di. 11.03.2025, km 0, Start: Dennach, Ziel: Mailand

Los ging es heute früh kurz vor 7h bei kühlen 5 Grad 30km zum Bahnhof in Karlsruhe. Am Bahnsteig angekommen ging das Abenteuer Bahn wieder richtig los.

Meine gebuchte Direktverbindung nach Mailand fällt aus. Das hat mir die Bahn auch schön per mail um 7.30h mitgeteilt. Mist. 

Eine alternative Direktverbindung gibt es nicht! Also umsteigen in Basel, Zürich und Lugano. Schaut mal das Ticketchaos an. 

Zwei Schönheiten nebeneinander. Was ist der Unterschied? Ganz einfach. Aufs Fahrrad kann man sich verlassen. 

Der nächste DB-ICE fuhr 1 Std. später natürlich wieder mit 15 Min. Verspätung nach Basel. Nach stressigem Umsteigen ging es im schweizer Regionalexpress nach Zürich. Jeder Bahnhof wurde minutengenau erreicht. Die Schweizer Bahn, einfach gut. 
Der Eurocity Zürich-Mailand ein Genuss. Mit 190km/h durch den 50km langen Gotthard-Basistunnel und schon war Lugano in Sicht. Weiter konnte man diese Strecke mit Rad in Deutschland nicht buchen. Also blieb ich einfach mal sitzen, denn ich wollte ja nach Mailand. In Chiasso kamen bewaffnete Zöllner in den Zug und machten Taschenkontrollen. Mir wurde ohne Fahrschein ganz mulmig und ich wollte plötzlich nicht mehr in die Großstadt. Also schnell raus aus dem Zug. Nächster Halt ist Como. Noch schnell was eingekauft und ab ins erste B&B. Dummerweise auf dem Berg, aber egal. Etwas Sport vor dem Abendessen tut ja gut. 

Mi. 11.03.2025, km 47, Start: Como, Ziel: Mailand und evtl. weiter Richtung Piacenza

Abfahrt heute kurz vor 9h. Es hat gerade aufgehört zu regnen. Angenehme Temperatur zum radeln. 

Mein netter Vermieter wäre am liebsten mitgefahren. Nach etwa 5km kam mal ein Hinweis auf meinen Weg, den Eurovelo 5 von London nach Rom. 

Unerklärliche Dinge am Wegesrand


In dieser Bäckerei muß es was besonderes geben. Kaum ein durchkommen. 

Die Italiener sind schon auch Schildbürger. Wenn die Glocken nicht in den Turm passen, stehen sie halt über. 

Die Anfahrt auf Mailand zog sich. Kurz vor halb eins war die Citta erreicht. Kunstwerke von Michelangelo und DaVinci sind hier ausgestellt. 

Dann durch die Einkaufsstraße der Reichen und Schönen. Gucci, Prada, Chanel, Vuiton alles nix für mich

zum Duomo, dem Wahrzeichen der Stadt. Viele Touris und noch mehr Tauben. Hier gibts umringt von den Biestern die Vesperreste von gestern.
Gegen 14h fing es an zu regnen und ich hatte genug von der wuseligen Großstadt mit den vielen Schlitzaugen. Ab zum nächsten Bahnhof mit Ziel Piacenza. So bin ich für 7,20€ morgen gleich wieder am EV5 und überspringe das eigentlich langweilige Umland von Milano. 
Ich habe auch etwas umgeplant und fahre den EV5 jetzt über Pisa nach Rom und dann den EV8 von Rom wieder über die Berge nach Bologna.

Meine heutige Unterkunft ist was ganz besonderes. Mit Tresorschlüssel fürs Zimmer. 

Do. 13.03.2025, km 126, Start: Piacenza, Ziel: Fornovo di Taro


Kurz vor 9h ging es auf den EV5. Die Sonne scheint und es ist ungwöhnlich mild. Die Natur blüht gleich auf. Leider führen die ersten 20km auf Straßen mit LKW-Verkehr. Augen zu und durch... 

Dann begann das Umland von Parma. Landwirtschaft ohne Ende, aber viele verlassene Höfe. Möchte mal wissen wo der viele leckere Parmaschinken und Parmesan produziert werden. Hier sicher nicht. Aber die Wege wurden besser. 

Kleine Dörfchen mit Denkmälern

und um 12h nach 52km Pause in Fidenza. Ich wollte eigentlich nur ein Bier, aber die Beilagen sind natürlich
genial. Da muß man ja zwei trinken!

Als Nachtisch noch ein original ital. Eis - leider chiuso

Der mächtige Taro kommt mit ganz wenig Wasser aus den Abruzzen

Über die Berge Richtung Toskana geht auch wieder ein Pilgerweg, genau das Richtige für den ungläubigen Thomas. 

Ein genialer Vesperplatz, aber Vesper völlig unmöglich, da plötzlich richtig Sturm aufkam und alles davonflog. 

Vor der nächsten Kehre ein lautes knacken und ein Sturmopfer

Also schnell nach 88km in die gebuchte Relaxunterkunft "Notte Rosa Suites and Relax". Meine Suite zeige ich Euch lieber nicht. Am Kronleuchter gabs nur 1 Birne und beim öffnen des Fensters aus annotobak hatte ich gleich den Griff in der Hand. Aber die Vermieter sind sehr nett. Ein Glas Rotwein zum Empfang passt gut. Er war 10 Jahre in Schützingen bei der weltbesten Pizzeria Pizzabäcker. Die Welt ist doch klein. 

So, morgen gehts über die Abruzzen Richtung Pontremoli, der nördlichsten Stadt in der Toskana. 1700hm bei Regen und Sturm? Schaun mer mal. 

Fr. 14.03.2025, km 214, Start: Fornovo Caselle, Ziel: Toskana

Start heute bei Regen im tristen Grau. Das einzig bunte bin ich. 

Schaut Euch mal diese Höcker an. Die Abruzzen echt herausfordernd. 

Am Pilgerweg Via Francigena

Kurz vor dem ersten Höcker im Profil war ich kpl. durchnässt und es wurde kalt. Da, ein kleines Bistro und ein nettes Mädchen schloss gerade auf und heizte ein. Nach zwei Capuccini mit freundlichem Kauderwelsch war die Weiterfahrt gerettet.

Kurz vor der Paßhöhe zeigte sich dann, warum es immer mal wieder beim treten geknackt hat. Zack, Kette ab. Zum Glück war ja ein Machheniker dabei. Alles gut.

Da kommt doch Freude auf. 1000hm Abfahrt auf 20km.

Ganz oben thront ein Kirchlein

Bergab wurde es immer wärmer und trocken. Ich zog nacheinander alle nassen Klamotten an und unten war alles wieder trocken und verstaut. 

Toskana in Sicht. Blick auf Pontremoli. 



Alles uralt. Also weiter Richtung La Spezia. 

Doch ups, der Weg ist weg. Aber nix passiert. 

Nach 111km mit über 1700hm kann mich auch diese Elektrik im B&B nicht mehr schocken. 

Sa. 15.03.2025, km 325, Start: Sarzana, Ziel: irgendwo hinter Pisa

Nach einem ital. Frühstück gehts zuversichtlich auf eine Flachetappe an die Küste. 

Da brauchst Du Fahrkünste um immer auf den Brücken zu bleiben. 

Kurz war ich über Nacht mal in Ligurien, jetzt aber wieder Toskana. 


Sehr feucht aber warm

Am Strand koin Sand

Aber Wellenbrecher aus Marmor. Ja klar, der Strand von Carrara. 

Diese Rennstrecke ging nun 15km am Strand entlang. Doch leider begann es zu schütten. 

Also wieder zwei Cappucini, ein Ramazotti und halbtrocken weiter. 

Das ist der angesagte Zickzackradweg

Mondäne Promenade in Viareggio

Wasserdurchfahrt mit nassen Füßen

Auch der Radweg fast unpassierbar. 28 mal Augen zu und durch. 

Hier mußte ich dann passen. Also zurück und mein Navi überzeugen, daß es auch anders gehen muß. 

Nach 70km um halbzwei kam er hinten in Sicht. 

Der schiefe Turm von Pisa. Der ist unglaublich schief. Statisch eigentlich nicht möglich. Wieder Touris ohne Ende. 

Schnell über den Hochwasser-Arno in einen ruhigeren Park zum Mittagsvesper mit Taubenzwiegespräch. 

Meine bescheidene Herberge in Livorno heute. Ich hab noch nie im 5*Grandhotel übernachtet. Also ab rein. Mein Fahrrad wird vom Wagenmeister direkt nach einem Maybach versorgt. Sehr flexibel. 

In der Lobby steht eine Musikbox. Sowas kennen meine Kinder nicht und die Enkel schon garnicht. 

Die Aussicht vom Zimmer um 16h bei Ankunft. 

und um 17h. Weltuntergang. Zum Glück erst jetzt. 

So. 16.03.2025, km 433, Start: Livorno, Ziel: entlang der Küste nach Süden noch unbekannt

Wie erwartet heute mal ein Frühstück wie wir Deutschen uns das vorstellen. Dann los bei Sonne aber starkem Wind aus Südwest. Fahrtrichtung Süd, also bräuchte man ein Segel um hart am Wind zu fahren. Schade hab keins dabei. 

Wind wie an der Nordsee

Immer die Küstenstraße entlang

durch verschlafene Touristenorte

an schönen Marinas vorbei, aber alle noch im Winterschlaf

ganz dicht am Meer durch verwunschene Wälder

am Strand alles voll Treibholz. 
So um 11h dachte ich an den Stammtisch und bekam unglaublich Lust auf ein Öttinger. Aber hier alles chiuso, niggese zu trinke

Zum Glück hatte ich von gestern noch ein Bestbräu und ein paar Schiaccianoci. Sonntag gerettet. 

Schaut mal, das ist ja unglaublich. Die packen doch Ihre Luxusyachten tatsächlich in Folie ein. 

Wenn Ihr genau hinschaut sieht man rechts Korsika und links Sardinien am Horizont

Auch im schmucken San Vincenzo Sonntag um 13h nix los, trotz schönstem Sonnenschein

Erst in Follonica so gegen 15h war die Promenade belebt und nach wieder fast 100km gabs eine Diavolo zur Stärkung. 

Hier in einer Ferienanlage unter Pinien

und mit Eseln

hab ich heute mein Appartement bezogen. 

Mo. 17.03.2025, km 539, Start: Puntone de Scarlino, Ziel: Civitaveccia

Heute, wie immer pünktlicher Start und gleich eine kleine Bergwertung nach Castiglione. 

Das Meer ist heute richtig zahm. 


Heute ist ja Enkeltag, also Extra-Grüße an Finja und Svea :-) 

Boah, da hinten kommt ein Tornado

Heute gab es nichts sehenswertes unterwegs, also zeige ich Euch den schönen Weg entlang an Olivenbäumen.


Hier roch der Weg noch neu. Übrigens ist er vollkommen unnütz, da direkt daneben eine Straße mit null Verkehr führt. Hat bestimmt die EU finanziert. 

Die Frau hat einfach Geschmack

Hier wärs nötig gewesen. 

und wieder alles gut. 

So hab ich mir Toskana vorgestellt. 

Etwa bei km 75 endet der Radweg einfach so

und weiter gehts nur auf einer 4-spurigen Schnellstraße, die spinnen doch, also nächste Abfahrt raus und selbst Wege gesucht

immer abenteuerlicher ins Naturschutzgebiet

bis hier dann endgültig Schluß war. Alles zurück auf die Schnellstraße. Eine Std. verloren. Nun muß ich die letzten 40km bis zum Ziel gasgeben und irgendwie abkürzen. 

In Civitavecchia liegen die Kreuzfahrtschiffe der Bequemtouris

und "umweltfreundliche" Riesenfähren die nur noch beim fahren die Umwelt killen

Heut zeig ich Euch mal eine clevere Idee. Die Italiener hängen ihre Gardinen außerhalb des Fensters auf. Dann können sie das Fenster öffnen ohne das die Mucken reinkommen. 

Di. 18.03.2025, km 648, Start: Civitavecchia, Ziel: Rom

Heute war ich in meiner Unterkunft vollkommen alleine. Frühstück im Selfservice auf sonniger Terasse. 

Auch mein Fahrrad durfte mit an den Tisch. Man bekommt auf so einer Tour ein besonderes Verhältnis. 

Obwohl es noch den Dreck von gestern dran hatte

Alles da, was der Hausmann braucht. 

Keine halbe Stunde und mein Weg endete wieder. Heute aber leicht zu umfahren. 

Mein italienisch wird immer besser. Das kann ich schon übersetzen. 

Das Meer heute unglaublich azuro. 

Wir Deutschen jammern über kaputte Infrastruktur. Ihr müsst mal hier aufs flache Land. Die Schienen sind so kaputt, daß die Züge mit Gummipneus schon auf der Straße fahrn. 

Der letzte Blick auf Meer. Nun gehts landeinwärts. 

Viel Grünzeug in Ladispoli. 

Mit jedem km gen Süden wurde alles maroder

Könnt Ihr Euch nicht vorstellen. 

Kurz nochmal schön, doch dann etwa 20km vor der Wiege des Abendlandes

Müll ohne Ende

kilometerlang am Weg, ohne Worte

In Rom angekommen wollten sie mich nicht reinlassen

da musste ich sogar die Taschen abmachen

So gegen 15h war ich im wunderbaren Hotel mit Blick auf die Ewige Stadt

Mein Zimmer heute molto bene oder buonissimo. Nach 88km kurze Pause und dann gleich ohne Gepäck mal auf eine Abendrundfahrt zu den Highlights der Ewigen Stadt





Als erstes in den Vatikan zum Petersdom der größten Kirche der Welt. Leider im Gegenlicht. 

Wie ein Hochsicherheitstrakt bewacht von der Schweizer Garde

Dann an den Tiber Richtung Altstadt





Zur Engelsburg

Hier war es ganz schön voll. Weis nicht was das ist. Vielleicht kennt das Jemand. 



Das Pantheon



Am Trevibrunnen wars sogar abends noch überfüllt

Schön, aber mir auch unbekannt

weiter ins antike Rom



Die Reste von ganz früher

Da hinten kommt das Kolosseum in Sicht

Die Gladiatoren-Arena in ganzer Pracht

Gespanne wohin man schaut

Einfach schön. 18km Stadtrundfahrt mit dem Rad in Rom. Und das bei bestem Wetter. Die Stadt war jetzt abends immer noch sehr voll. Tagsüber ist das sicher unerträglich. 

So, jetzt im Hotel abendessen und morgen gemütlich weiter an den Tiber und wieder zurück Richtung Heimat. 

Mi. 19.03.2025, km 754, Start: Rom, Ziel: Eurovelo 7 Richtung Florenz

Heute gab es gleich eine Abfahrt von einem der sieben Hügel auf denen Rom erbaut ist. Schön aber sehr kühl heute. 

Der Wächter  des brandneuen Radweges

Nachdem sein Hund mein Rad begutachtet hatte, durfte ich durch. 

Schaut mal die Riesenananas

Nach 20km am Tiber entlang ging es stetig bergauf ins Dörfchen Sacrofano

Einladend aber noch zu früh für eine Pause

Eine grüne Wasserwand. Hier ging es so steil hoch, daß nur schieben half. 

So stell ich mir ne Villa in der Toskana vor

Mit toller Aussicht

ins Grüne

12h Zeit für eine Pause in Faleria

Man sagt, hier gibts die besten Windbeutel ever, also gleich rein in die "Arte del Pane" 

In die Richtung gehts weiter. 

Übrigens: Ich hatte ganz vergessen, dem Papst gehts soweit besser, ich soll Euch schöne Grüße ausrichten. 


Hoffentlich muß ich da nicht drüber. Heute gibts viele Höhenmeter. Fällt aber nicht so auf, weil es dauernd hoch und runtergeht. 

25 Grad, da sitzen die Senioren hier an der Straße und palavern einen. 

In Orte übernachte ich heute, hoch auf dem Abteiberg. 

Blick aus dem Zimmer rüber zum Ort

und der sitzt neben meinem Bett. 

Do. 20.03.2025, km 856, Start: Orte, Ziel: Arezzo


Heute früh alles im Nebel. Da hab ich mich spontan entschieden 20km bis zur nächsten Statione zu radeln, und mit dem Treno nach Chiusi abzukürzen. So schaffe ich es heute bis Arezzo und morgen dann nach Florenz. 

Die 20km hatten es in sich. 500hm auf 3 Anstiege verteilt. Das mußte ich auch noch in 1,5 Std. schaffen, da nur alle zwei Std. ein Treno vorbeikommt. Frühsport pur. 

Hier mal oben auf dem Berg. 

Geschafft. Statione in vista (Bahnhof in Sicht) 

In Chiusi angekommen frag ich mich warum die Züge immer auf Gleis 3 abfahren, obwohl Gleis 1 frei ist. Abwärts passte mein Rad grad so in den Lift. Und nach oben war Inspektion... 

Dann begann ein 60km langer Naturradweg. 

Durch die liebliche Landschaft, mit der Sonne wärmend im Rücken. 

Plötzlich machte es am Rad immer so unbekannte, komische Geräusche. Oh nein. Zum Glück waren es nur die hohen Grasbüschel, die an den Fronttaschen streiften. 

Einfach schön. 

Kilometerlang der gleiche Weg. 
Zwischendurch saßen mal zwei dunkle, große Tiere voraus. Gestern hat mir eine Einheimische erzählt, es gäbe gerade Frischlinge und ich soll vorsichtig sein. Als ich näher rankam, trollten sie sich ins Gebüsch. Es waren keine Frischlinge, sondern riesige Nutrias oder Biber. Leider nicht fotogen. 

Montepulciano kannte ich bisher nur von der Weinkarte

Unfahrbare aber absturzsichere Brücke

Nach 13km immer noch der gleiche Weg

Der Weg des weißen Riesen

Ausblick vom Mittagsrastplatz heute

Heute gabs gesunde Trennkost für Radfahrer

Die Aussicht zur anderen Seite

Dann wurde es mal sehr eng, von oben

Nach 42km immer noch derselbe Weg. 

Und nach 50km...

... und auch nach 55km. Ohne Witz 60km "Sentiero della bonifica". Eigentlich ganz gut zu fahrender Qualitätsweg für hiesige Verhältnisse. 

Nach 92km war heute die Altstadt von Arezzo erreicht. 

Kurz umgeschaut

rauf zum Dom von hinten

und von vorne

Noch ein Blick in die Landschaft

und dann sah ich ihn, meinen heutigen Stammtisch-Schuppen

Allerdings ohne großes Geplapper, wie sonst donnerstags im Schuppen. Nur leises gurren. Grüße an die heutigen Schüppler, getreu dem Motto - Wenn I in de Schuppe geh, dann dud mer nix mee weh.. 

Zum Schluß noch der heutige Zimmerausblick. Oliven, Oliven, Oliven.... 

Vorgestern hat mir Katrin geschrieben, daß Simeon bis Sonntag in Bologna auf einer Fachmesse ist. Heute hat er sich gemeldet und wir haben uns für Samstag Abend zum Essen verabredet. So klein ist die Welt. Wahnsinn. 

Fr. 21.03.2025, km 954, Start: Arezzo, Ziel: Florenz


Heute früh ging es gleich wieder abenteuerlich los. Da denkst du jedesmal, hoffentlich endet das nicht bös. War aber nach 300m erledigt. 

Der junge Arno ganz lieb im Bett. Nix zu sehen vom Hochwasser letzte Woche. 

Ja, ja der Chiantiwein... 

Heute war der Weg herausfordernd. Immer hoch zu den schönen Dörfchen und natürlich wieder runter. 

So sehen hier die Blitzer-Kameraden aus. Ha, aber heut hab ich dich geblitzt!

Wieder unten sahs aus wie bei uns im Monbachtal, hieß aber hier "Valle infernale", echt gefährlich. 

Zugelassen sind nur Mountainbikes

ob das wohl auch gilt ? 

Wieder oben, der Blick zurück ins Inferno. 

Rebstöcke wie Krückstöcke

und hier wird Terrakotta abgebaut

Nach 40km in Terranuova. Ein Cappucino für 1,50. Wie immer gleich zwei.

Die spinnen doch, man freut sich aufs Gefälle, aber es geht rauf. Sauerei. 

Naja, wenn die Aussicht wieder passt. 

Wieder Toskana pur. Leider fehlte heute etwas Sonne. 

Nach 88km ein Ausblick par excellance. 

Florenz war erreicht. 

Das dritte Highlight nach Mailand, Pisa und Rom. 

Alles sehr schön

Hier wirkt alles irgendwie authentisch alt. 

Ein Eingang zur Stadt

Ganz anders wie in Rom

einfach toll

uralte Brücken, die noch halten

Florentinische Hausfassaden

und einen Duomo gibts natürlich auch. 
Nach 97km bin ich etwas außerhalb im Hotel, naja Absteige wäre wohl eher passend. Egal, bin kaputt, eine Dusche und ein Bett sind da und mein Rad darf in der Rezeption übernachten. 

Sa. 22.03.2025, km 1051, Start: Florenz, Ziel: Bologna

Man soll nie zu früh meckern. Das Frühstück in der Absteige war das beste der ganzen Tour. Alles da. 

Es regnet und soll heute nicht viel besser werden. Da tu ich mir die Abruzzenüberquerung nicht ein zweites mal an und fahre mit der Bahn nach San Benedetto Sampro Castiglione Pepoli. Hört sich gut an, kann sich bloß keiner merken. Dann ist Bologna gut zu erreichen und ich kann heute Abend mit meinem Schwiegersohn abendessen. Hat doch was. 

Prato Centrale war trocken nach 20km erreicht und der Treno durch die Berge stand schon da, alles wie geplant. 
In San Benedetto blablabla raus und gleich den Ganzkörperanzug an, denn es regnete kräftig. Egal, nur 42km nach Bologna. 

Manchmal denkt man, warum bekommen die Autos so ebene Wege und Tunnels... 

... wenn mein Weg (oder eher Bachbett) direkt nebenan so aussieht

Jeder wie er es mag. Ich hab dafür um 12h mein Moretti, schmeckt aber nur fast wie ein Ötti. 

Nach 78km die feudale Radwegeinfahrt nach Bologna

und gleich rein ins Getümmel durch schöne Arkaden

mit uralten Läden

immer Richtung Simeons Unterkunft

da vorne die Towers von Bologna

Am Hauptplatz

Natürlich auch mit Duomo

und weiter durchs Getümmel. Der Regen hat aufgehört und die Italiener  gehen bummeln. Auffallend wenig andere Touris unterwegs. 



Zaghafte Baumblüte



Ein versteckter Hinterhof mitten in der Altstadt. Hier sind Simeon und Samuel eingemietet. Nicht schlecht. Besser gesagt, saugut. 

Schnell rein. Alles mit Geheimcode. Innen supermodern eingerichtet. Da lässt es sich aushalten. 


abends schön Pasta essen mit Simeon und Samuel

und natürlich ein ital. Eis in den fast 40km langen belebten Arkadengängen von Bologna. Diese Stadt ist wirklich sehr, sehr außergewöhnlich. 

So. 23.03.2025, km 1224, Start: Bologna, Ziel: Verona

Heute früh, beim Blick aus dem Fenster, war klar, so schnell wie möglich durch die heute graue und flache Po-Ebene weiter Richtung Norden. Also los... 

Falsch gedacht. Gegen 11h bei Ostiglia riss es auf und meine Route führte mich durch ein Naturreservat. Rundherum summte, zirpte, quakte und zwitscherte es. 

Und plötzlich lag da wieder so ein "Haufen" der plötzlich aufstand und verschwand. 

Schöne Gras- und üble Matschwege wechseln sich über 14km ab

hier die schöne Variante

und wieder eingestürzte Bereiche an denen man kaum vorbeikam

dauernd im Kopf "Hoffentlich gehts da weiter" 

Es klappte und nun wusste ich auch wo ich bin

Wieder raus aus der Pampe war mein Rad mind. 2kg schwerer und ich mußte erst durch viele Pfützen fahren um in Verona überhaupt reinzudürfen. 
Unterwegs traf ich auffallend viele Grüppchen gutgekleideter, dunkelhäutiger Männer mit Turban. Teils zu Fuß, teils mit dem Rad. Sahen aus wie Inder und ich fragte mich was die vor haben. 2-3 km später gingen alle in eine Art Vereinsheim und nun kamen mir alle entgegen. Dann kam der Boss, natürlich im Mercedes vorbei. 
Im nächsten Ort so kurz nach 12h dachte ich, schau dir mal eine ital. Dorfkirche an. Also rein. 

ups, da war noch Gottesdienst. Die sind hier später dran. Ich verstand zwar nichts, als Ex-Ministrant wußte ich aber sofort was lief.

Die Natur holt sich diese verfallenen Höfe alle zurück. 

Blühende Obstplantagen

Dann kam ein schönes Anwesen vorbei. Genauer reingeschaut war es ein typischer Friedhof mit mehrstöckigen Gräbern. 

Ihr glaubt es nicht, hier gab es eine Waschanlage für mein Rad. Sogar mit Schlauch. Nun glaube ich sogar an keinen Zufall mehr nach meinem Kirchenbesuch.

Dann passierte noch etwas komisches. Bei einer Kaffeepause sprach mich ein Mann auf englisch an. Er bräuchte 1 Euro. Ich freute mich, daß ich mal jemand verstand und gab Ihm 1 Euro. Er schaute mich komisch an und sagte: Das sind doch 100 Lire, also nix wert. War das peinlich. Hat mir doch irgendein Gauner diese Münze rausgegeben. Sah echt fast aus wie ein Euro. Ich gab Ihm dann 2, wegen der Waschanlage. 


Gegen 17h Einfahrt nach Verona

Am Plaza viel los aber nicht hektisch

Die Arena in voller Größe

Schöne Stimmung bei Musik

durch eine sehr gute Straßenkünstlerin

Laut Wikipedia ist Julias echter Balkon in der Via Capello 27, also hier. 
Die ganzen Liebespaare stehen also zwei Häuser daneben völlig falsch. 

Noch kurz über den Adige in die heutige Unterkunft. 

Zum heutigen 46. Hochzeitstag in Verona sogar ein Himmelbett. Nur der Himmel fehlt, äh... Elfi natürlich. 

24.03.2025, km 1302, Start: Verona, Ziel: Lenggries

Heute endet meine Italien-Tour und es geht mit dem Eurocity nach Jenbach im Inntal. Dort beginnt der Radweg zum Achensee und weiter nach Lenggries in Deutschland. Den wollte ich schon immer mal fahren. Mal sehen wie das Wetter mitspielt. 

Am Bahnhof angekommen ein Blick auf die Anzeige. Komisch, mein Zug um 9.01h hat noch keinen Bahnsteig. Und was sonst? Er fällt natürlich aus. 

Beim Infoschalter muß man Tickets ziehen und warten, und warten.... 
Nun habe ich ein Ersatzticket für 11.01h. Da die zwei Std. nun fehlen schaffe ich den Trip durchs Kaisergebirge heute nicht und werde als Schadenersatz statt bis Jenbach gleich weiter bis München fahren und versuchen mich bis heute Nacht nach Dennach irgendwie durchzukämpfen. Bahnabenteuer ole, Heimat ahoi. 

Der Zug zwei Std. später war natürlich hoffnungslos überfüllt.

5 Stunden später die Belohnung in München

Leberkas, Fleischpflanzerl und Maultäschle an Erdäpfel im Pfanderl
Nach fast 2 Wochen Weißbrot und Pasta ein Genuß. 

Mit ICE und RE gehts nun noch hoffentlich weiter nach Pforzeim. 

Ende einer wiedermal sehr spannenden Tour im Süden. 








Schwabstichstraße 68, Neuenbürg
+49 7082 50147